Musik der 1990er Jahre

Musik der 1990er Jahre

Ein enzyklopädisches Panorama eines Jahrzehnts voller Brüche, Fusionen und kreativer Aufbrüche

Einleitung

Die Musik der 90er Jahre ist eines der widersprüchlichsten, erfinderischsten und aufbrühendsten Jahrzehnte in der Geschichte der Popmusik. Von der wütenden Verzweiflung des Seattler Grunge bis zum sonnigen Hedonismus des Boy-Band-Pop, von der lyrischen Raffinesse des East-Coast-Hip-Hop bis zu den hypnotischen Pulsen europäischer Raves vermischten die 90er radikale entgegengesetzte Ästhetiken mit einer seltenen kreativen Energie. Noch nie zuvor hatten so viele Musikgenres gleichzeitig mit solcher Intensität koexistiert.

Es war auch ein technologisch wegweisendes Jahrzehnt: die Verbreitung der CD, der Aufstieg des Internets, die Geburt des MP3-Formats und das Erscheinen von Napster im Jahr 1999 veränderten die Art des Musikkonsums grundlegend und kündigten die digitale Revolution an, die die Plattenindustrie in den folgenden Jahrzehnten von Grund auf umgestalten sollte. Das Ende der 90er markiert damit das Ende einer Ära — die der Schallplatte als primäres Mittel der Musikverbreitung — und den Beginn einer neuen Welt.

Historischer und kultureller Kontext

Die 90er Jahre beginnen mit einem epochalen Ereignis: der Fall der Berliner Mauer (November 1989) und der Zusammenbruch des Ostblocks mischen die geopolitischen Karten der Welt neu. Der Westen tritt in eine Phase relativen Optimismus ein, symbolisiert durch das von Francis Fukuyama theoretisierte „Ende der Geschichte”. Doch unter dieser scheinbar ruhigen Oberfläche gären tiefe Spannungen: der Golfkrieg (1991), ethnische Konflikte auf dem Balkan, wachsende Jugendarbeitslosigkeit in Europa und die AIDS-Epidemie — die viele Künstler das Leben kostete — nähren ein Gefühl der Unruhe und Desillusionierung, das die Musik mit erstaunlicher Präzision widerspiegelt.

Die Generation X — geboren zwischen 1965 und 1980 — verkörpert diesen ambivalenten Gemütszustand: zugleich zynisch und idealistisch, rebellisch und konsumfreudig. Der Grunge wird ihr viszeral-musikalischer Ausdruck. Parallel dazu etabliert sich die Hip-Hop-Kultur, geboren in den benachteiligten Vierteln Amerikas, als Stimme einer Generation schwarzer Jugendlicher, die mit Armut, Polizeigewalt und sozialer Ausgrenzung konfrontiert sind. Die Los-Angeles-Unruhen von 1992, ausgelöst durch den Freispruch der Polizisten, die Rodney King geschlagen hatten, bilden einen politisch brisanten Hintergrund für einen zunehmend engagierten Rap.

„Here we are now, entertain us.” — Kurt Cobain, Smells Like Teen Spirit, 1991. Vier Wörter, die die ganze Ambivalenz einer Generation zusammenfassen, die gleichermaßen unterhaltungshungrig und zutiefst desillusioniert ist.

Die kulturelle Globalisierung beschleunigt sich: MTV, nun weltweit ausgestrahlt, vereinheitlicht teilweise die musikalischen Geschmäcker des Planeten, doch das Internet beginnt auch, die Entdeckung marginaler Musiken und bis dahin unsichtbarer Underground-Szenen zu ermöglichen. Es ist die Geburt einer wirklich globalen und dezentralisierten Musikkultur.

Grunge und Alternative Rock

Kein Musikphänomen der 90er hatte einen so brutalen, unmittelbaren und anhaltenden Einfluss wie der Grunge. Im amerikanischen Bundesstaat Washington, in Seattle, Ende der 80er geboren, verbindet dieses Genre die rohe Kraft des Punk, die massiven Riffs des Heavy Metal und eine popmelodische Sensibilität in einer bewusst ungepflegten, Anti-Glamour-Ästhetik — das genaue Gegenteil des glitzernden Hard Rock der 80er. Karierte Flanellhemden, ungekämmtes Haar und introspektive Texte sind seine Erkennungszeichen.

Nirvanas Album Nevermind, im September 1991 veröffentlicht, ist der Urknall des Grunge. Seine erste Single, Smells Like Teen Spirit, verdrängt Michael Jackson von der Spitze der amerikanischen Charts und markiert das Ende einer Ära. Kurt Cobain, der gequälte Frontmann, wird wider Willen zum Ikone einer ganzen Generation — bevor er im April 1994 im Alter von 27 Jahren sein Leben nimmt und ein Werk von seltener Intensität sowie eine unbeantwortbare Frage über das hinterlässt, was noch hätte kommen können.

In Nirvanas Kielwasser bilden Pearl Jam, Soundgarden, Alice in Chains und Stone Temple Pilots den inneren Kreis des Grunge. Im weiteren Sinne erlebt der Alternative Rock eine beispiellose kreative Explosion: R.E.M., Smashing Pumpkins, Beck, Radiohead und Nine Inch Nails weiten die Grenzen des Genres mit Alben von außergewöhnlichem künstlerischem Ehrgeiz aus.

🎸 Radiohead und der experimentelle Art Rock

Als Sonderfall im Panorama der 90er verkörpert Radiohead besser als jede andere Band die rein künstlerische Suche. Nach dem kommerziellen Erfolg von The Bends (1995) veröffentlicht die britische Band OK Computer (1997), das universell als eines der bedeutendsten Alben der Geschichte gilt: eine angsterfüllte Meditation über Entfremdung, Technologie und Entmenschlichung, gehüllt in nie dagewesene Klangtexturen. Dieses prophetische Album hallt heute noch mit beunruhigender Aktualität nach.

Britpop und das Großbritannien der Eroberer

Als Reaktion auf den amerikanischen Grunge — für zu düster und zu Amerika-zentriert befunden — antwortet Großbritannien in der ersten Hälfte der 90er mit dem Britpop: eine Pop-Rock-Bewegung, die stolz ihre britischen Wurzeln behauptet und das Erbe der Beatles, der Kinks und der Swinging London-Szene der 60er für sich beansprucht. Britpop ist sonnig, melodiös, durchdrungen von Humor und Arbeiterstolz, getragen von einem Nationalgefühl, das im Cool Britannia-Phänomen gipfelt.

Die legendäre Rivalität zwischen Oasis (die Gallagher-Brüder, Manchester) und Blur (Damon Albarn, London) kristallisiert alle Widersprüche der Bewegung: Nord gegen Süd, Rock-Authentizität versus Art-Pop-Raffinesse, Arbeiterklasse versus intellektuelles Bürgertum. Die Battle of Britpop im Sommer 1995 — die gleichzeitige Veröffentlichung von Roll With It (Oasis) und Country House (Blur) — begeistert die Musikpresse weltweit. Pulp schreibt mit Common People (1995) die britische Hymne des Jahrzehnts mit chirurgischer gesellschaftlicher Ironie.

Neben diesen großen Namen bilden Suede, Elastica, Supergrass, Sleeper und Ash eine Szene von außergewöhnlichem Reichtum, während The Verve den Britpop mit Bitter Sweet Symphony (1997) — einer der meistgespielten Singles des Jahrzehnts — in weiträumigere Horizonte lenkt.

Das goldene Zeitalter des Hip-Hop

Die 90er stellen das dar, was Experten einhellig als das goldene Zeitalter des Hip-Hop bezeichnen. Von Anfang bis Ende des Jahrzehnts erlebt dieses Genre eine beispiellose kreative und kommerzielle Explosion und wird schrittweise zum einflussreichsten und meistverkauften Musikgenre der Welt — eine Stellung, die es seitdem nie wieder aufgegeben hat.

Die Rivalität zwischen der East Coast (New York) und der West Coast (Los Angeles) strukturiert das Hip-Hop-Jahrzehnt maßgeblich. In New York setzt The Notorious B.I.G. (Biggie Smalls) einen filmischen Flow und Viertelerzählungen von verblüffender Präzision durch. An der West Coast verbindet Tupac Shakur lyrische Virtuosität, politisches Engagement und melodische Sensibilität in einem proteischen Werk. Der gewaltsame Tod beider Künstler — Tupac im September 1996, Biggie im März 1997 — versetzt die Hip-Hop-Welt in Trauer und bleibt eines der dunkelsten Kapitel der amerikanischen Musikgeschichte.

Jenseits dieser tragischen Rivalität erblühen Talente von unvergleichlichem Reichtum: Nas veröffentlicht Illmatic (1994), universell als eines der besten Rap-Alben aller Zeiten angesehen. Jay-Z, Wu-Tang Clan, Lauryn Hill (deren The Miseducation of Lauryn Hill 1999 fünf Grammys gewinnt), Eminem und OutKast verkörpern auf je eigene Weise die Vielfalt und den künstlerischen Ehrgeiz des Hip-Hop der 90er. In Frankreich heben IAM, NTM und MC Solaar den französischsprachigen Rap auf ein nie dagewesenes Niveau an Exzellenz und internationaler Anerkennung.

R&B, Neo-Soul und Vocal Pop

Die 90er markieren den Durchbruch des zeitgenössischen R&B, einer Fusion aus Soul, Hip-Hop und elektronischem Pop, die die amerikanischen und weltweiten Charts das gesamte Jahrzehnt hindurch dominieren wird. Künstler wie Mariah Carey, Whitney Houston, Boyz II Men, TLC, Destiny’s Child und Usher definieren einen charakteristischen Sound: kraftvolle Stimmen, ausgefeilte Melismen, üppige Produktionen, die Hip-Hop-Samples mit Pop-Orchestrierungen vermischen.

Gegen Ende des Jahrzehnts entsteht die Neo-Soul-Bewegung, angeführt von D’Angelo (mit dem Album Brown Sugar, 1995), Erykah Badu, Maxwell und Lauryn Hill. Diese Strömung knüpft wieder an die organischen Wurzeln des Souls der 70er an — warme Gitarren, tiefe Basslinien, Live-Schlagzeug — und integriert dabei eine zeitgenössische harmonische Sensibilität und Komplexität. Sie stellt eine willkommene Reaktion auf die Allgegenwart vollständig synthetischer Produktionen dar.

In Europa etabliert sich Céline Dion als die größte frankophone Popstimme der Ära und erobert den amerikanischen Markt endgültig mit dem Soundtrack zum Film Titanic (1997) und dem Song My Heart Will Go On, einer der meistverkauften Singles aller Zeiten.

Techno, House und Rave-Kultur

Die 90er stellen das goldene Zeitalter der elektronischen Tanzmusik dar. Ende der 80er in den Lagerhallen Detroits und Chicagos geboren, fegte Techno und House Music mit unwiderstehlicher Kraft über Europa hinweg — vor allem England, Deutschland und Frankreich. Raves, illegale Partys in verlassenen Industriehallen oder auf freiem Feld, versammeln Zehntausende junger Menschen um anonyme DJs und eine hedonistische Philosophie, zusammengefasst im Akronym PLUR (Peace, Love, Unity, Respect).

In Frankreich revolutioniert Daft Punk — Thomas Bangalter und Guy-Manuel de Homem-Christo — die globale elektronische Musik mit dem Album Homework (1997) und den Singles Da Funk und Around the World. Das Pariser Duo etabliert den French Touch als weltweit anerkannte künstlerische Marke, neben Cassius, Étienne de Crécy, Air und Dimitri from Paris. In Großbritannien bereichern die Drum-and-Bass-Szene, der Trip-Hop aus Bristol (Massive Attack, Portishead, Tricky) und der Big Beat von The Chemical Brothers und Fatboy Slim die elektronische Landschaft mit überbordender Kreativität.

In Deutschland verkörpern das Tresor-Label in Berlin und die Love-Parade-Szene — deren erste Ausgabe 1989 150 Menschen anzog und deren zehnte im Jahr 1999 mehr als eine Million Teilnehmer versammelte — Techno als Massenphänomen und kollektive Feier.

Stadion-Pop und Teen-Idols

Während Grunge und Techno die Avantgarden besetzten, regiert der Mainstream-Pop unangefochten über die weltweiten Charts. Die 90er sind das goldene Zeitalter der Boy Bands und Girl Groups: Die Backstreet Boys und *NSYNC erzielen phänomenale Verkaufszahlen in den USA, während die Spice Girls — Scary, Sporty, Baby, Ginger und Posh — ab 1996 mit ihrer Girl-Power-Botschaft und einer formidablen melodischen Wirksamkeit die ganze Welt erobern.

Solokünstler wie Madonna — die sich kontinuierlich neu erfindet, von der Erotica-Phase bis zur elektronisch-ambienten Wende von Ray of Light (1998) —, Michael Jackson, Prince und George Michael behaupten eine imposante künstlerische Präsenz. Das Ende des Jahrzehnts sieht das Entstehen neuer Phänomene: Britney Spears, Christina Aguilera und Ricky Martin kündigen die Teen-Pop-Ära an, die die frühen 2000er beherrschen wird.

Emblematische Künstler und Figuren

Das Jahrzehnt hat Künstler geadelt, deren Ausstrahlung weit über ihre eigene Zeit hinausgeht:

  • Nirvana / Kurt Cobain — das tragische Grunge-Idol, wider Willen Revolutionär.
  • Tupac Shakur — Dichter des amerikanischen Hip-Hop, Symbol einer ganzen Generation.
  • The Notorious B.I.G. — Meister des New Yorker Rap-Storytellings, viel zu früh gestorben.
  • Mariah Carey — Fünf-Oktaven-Stimme, unbestrittene Königin des 90er-R&B-Pop.
  • Céline Dion — die größte frankophone Sängerin ihrer Generation.
  • Daft Punk — Architekten des French Touch, Pioniere der globalen elektronischen Musik.
  • Radiohead — die größten Innovatoren des britischen Alternative Rock der 90er.
  • Lauryn Hill — Neo-Soul- und Rap-Genie, totale und unklassifizierbare Künstlerin.
  • Spice Girls — weltweites Pop-Phänomen, Botschafterinnen des Girl Power.
  • Oasis — Galionsfiguren des Britpop, mit einem rohen Sound und unvergesslichen Hymnen.
  • Massive Attack — Erfinder des Trip-Hop, Meister der cinematografischen Atmosphären.
  • MC Solaar — Galionsfigur des französischen Rap, Poet der französischen Sprache.

Weltmusik in den 90ern

Die 90er sehen die Weltmusik — der Begriff wurde offiziell 1987 geprägt — ein beispielloses Maß an Reife und kommerzieller Anerkennung erreichen. Die Grammys richten 1991 eine Kategorie World Music ein, was die endgültige Integration dieser Musikformen in den westlichen Mainstream signalisiert. Künstler wie die Irin Sinéad O’Connor, die Südafrikanerin Miriam Makeba oder der Malier Ali Farka Touré genießen ein erhebliches internationales Publikum.

In Lateinamerika ist das Jahrzehnt geprägt von der Explosion des aufkeimenden Reggaeton in Puerto Rico und Panama, dem Aufstieg des kolumbianischen Vallenato (Carlos Vives) und dem internationalen Durchbruch von Selena, der Königin der Tejano-Musik, die 1995 im Alter von 23 Jahren tragisch ermordet wird. In Afrika gewinnt der Afropop an Raffinesse mit Künstlern wie Youssou N’Dour, Salif Keita und Angélique Kidjo. Der Afrobeat von Fela Kuti, 1997 gestorben, strahlt weit über seinen Tod hinaus.

Die digitale Revolution und Napster

Das letzte Jahr des Millenniums sieht das Aufkeimen von dem, was eine der tiefgreifendsten Revolutionen der Musikindustrie werden sollte: Im Juni 1999 startet Shawn Fanning, ein 19-jähriger Student, Napster, den ersten Peer-to-Peer-Musikdateitausch-Dienst. Innerhalb von Monaten tauschen Millionen von Nutzern kostenlos MP3-Dateien — ein 1993 standardisiertes Audiokompressionsformat — aus und stellen Musik für alle ohne Bezahlung bereit, zur großen Bestürzung der Plattenlabels.

Diese technologische Disruption markiert das Ende eines über hundert Jahre alten Wirtschaftsmodells und kündigt die Ära des Streamings, der Dematerialisierung und der gefühlten Kostenlosigkeit an. Die weltweiten Plattenverkäufe, die 1999 mit über 40 Milliarden Dollar einen historischen Höhepunkt erreichen, werden im folgenden Jahrzehnt einbrechen. Die Musikindustrie erholt sich erst mit dem Aufstieg der Streaming-Plattformen — Spotify, Apple Music, Deezer — in den 2010er Jahren.

Vermächtnis und bleibender Einfluss

Das Vermächtnis der 90er durchdringt die zeitgenössische Musik tief und dauerhaft. Der Hip-Hop der 90er — Tupac, Biggie, Nas, Wu-Tang — wird heute an amerikanischen Universitäten als große Dichtkunst studiert. Der Grunge definierte für Generationen von Gitarristen ein Ideal aus Kraft und Authentizität. Der French Touch von Daft Punk hat praktisch jeden Produzenten elektronischer Musik der letzten dreißig Jahre inspiriert.

Die ab den 2010er Jahren sichtbare Neo-90s-Bewegung bezeugt die intensive Nostalgie, die dieses Jahrzehnt auslöst: Künstler wie The Weeknd, Frank Ocean und Tyler, the Creator bekennen sich ausdrücklich zum Einfluss des R&B und Hip-Hop der 90er. Der Trip-Hop von Massive Attack und Portishead nährt eine sofort erkennbare cinematografische Ästhetik, die regelmäßig in Film- und Seriensoundtracks beschworen wird.

Letztendlich stellen die 90er das letzte große Zeitalter des Analogen dar — das letzte Jahrzehnt, in dem Musik vorrangig um ein physisches Objekt herum erlebt wurde, eine Schallplatte, die man kaufte, auf der Stereoanlage abspielte und an Freunde verlieh. Dieses unersetzbare sensorische und soziale Erlebnis erklärt zum Teil die mächtige und universelle Nostalgie, die diese Jahre weiterhin auslösen.

🇫🇷 Top 50 — Beliebteste Songs der 90er in Frankreich

Ranking basierend auf SNEP-zertifizierten Plattenverkäufen, Radiorotation und dauerhaftem kulturellem Einfluss auf das französische Publikum.

# Titel Künstler Jahr Genre
1 My Heart Will Go On Céline Dion 1997 Pop / Ballade
2 Pour que tu m’aimes encore Céline Dion 1995 Französischer Pop
3 Je l’aime à mourir Francis Cabrel Live-Version 1994 Pop / Französischer Folk
4 L’envie d’aimer Les Dix Commandements (Musical) 2000 / Wurzeln in den 90ern Musical
5 Mustang Johnny Hallyday 1999 Rock / Französischer Pop
6 Foule sentimentale Alain Souchon 1993 Französische Chanson
7 Corps de femme, âme de rocker Mylène Farmer 1999 Französischer Pop / Elektronik
8 Désenchantée Mylène Farmer 1991 Französischer Pop / Synthpop
9 XXL Mylène Farmer 1995 Französischer Pop / Dance
10 Prendre un enfant par la main Yves Duteil Erfolg in den 90ern Französische Chanson
11 Quelques mots d’amour Michel Sardou 1992 Französische Chanson
12 Alors on danse Stromae Wurzeln Ende der 90er Elektro / Belgischer Pop
13 Partir un jour Indochine 1993 New Wave / Französischer Rock
14 3 nuits par semaine Indochine 1993 Französische New Wave
15 La Tribu de Dana Manau 1998 Französischer Rap / Keltisch
16 Sûrement pas MC Solaar 1998 Französischer Hip-Hop
17 Bouge de là MC Solaar 1991 Französischer Hip-Hop
18 Que la fête commence NTM 1993 Französischer Rap
19 Le monde de demain IAM 1997 Französischer Rap
20 Je danse le Mia IAM 1993 Französischer Rap
21 Wannabe Spice Girls 1996 Pop
22 Smells Like Teen Spirit Nirvana 1991 Grunge / Alternative Rock
23 Killing Me Softly (With His Song) Fugees 1996 Hip-Hop / R&B
24 I Will Always Love You Whitney Houston 1992 Pop / R&B
25 Mama I Love You Spice Girls 1997 Pop
26 Bitter Sweet Symphony The Verve 1997 Britpop / Alternative Rock
27 Around the World Daft Punk 1997 French Touch / Elektro
28 One More Time Daft Punk 2000 / Single 99 French Touch / House
29 La Bamba 90 Los Del Rio — Macarena 1996 Latin Pop / Dance
30 Macarena Los Del Rio 1996 Latin Pop / Dance
31 No Scrubs TLC 1999 R&B
32 Waterfalls TLC 1995 R&B / Hip-Hop
33 Boom Outhere Brothers 1995 Dance / Hip-Hop
34 Hit Me Baby One More Time Britney Spears 1999 Teen Pop
35 …Baby One More Time Britney Spears 1999 Teen Pop
36 La Primavera Ricky Martin 1999 Latin Pop
37 Livin’ la Vida Loca Ricky Martin 1999 Latin Pop
38 Dragostea Din Tei O-Zone Ende der 90er / viral in den 2000ern Euro Pop
39 La Colegiala Rodolfo Aicardi 90er-Version Cumbia
40 Have You Ever Really Loved a Woman? Bryan Adams 1995 Pop / Rock
41 Un Homme Heureux William Sheller Version / Erfolg in den 90ern Französische Chanson
42 Né quelque part Maxime Le Forestier 1987 / Wiederbelebung in den 90ern Französische Chanson
43 Les Lacs du Connemara Michel Sardou 1981 / Erfolg in den 90ern Französische Chanson
44 Summer Corona 1993 Eurodance
45 Rhythm Is a Dancer Snap! 1992 Eurodance
46 I’m Too Sexy Right Said Fred 1991 Pop / Dance
47 Informer Snow 1992 Reggae / Pop
48 What Is Love Haddaway 1993 Eurodance
49 La Haine NTM (Filmmusik) 1995 Französischer Rap
50 Chanter Florent Pagny 1997 Französischer Pop

🎵 Top 50 — Beliebteste Songs der 90er weltweit

Ranking basierend auf IFPI- und RIAA-zertifizierten Weltverkäufen, Radiorotation und dauerhaftem kulturellen Einfluss.

# Titel Künstler Jahr Genre
1 My Heart Will Go On 🏆 Weltweit Nr. 1 Céline Dion 1997 Pop / Ballade
2 Smells Like Teen Spirit Nirvana 1991 Grunge / Alternative
3 I Will Always Love You Whitney Houston 1992 Pop / R&B
4 Macarena Los Del Rio 1996 Latin Pop / Dance
5 Baby One More Time Britney Spears 1999 Teen Pop
6 Wannabe Spice Girls 1996 Pop
7 Killing Me Softly Fugees 1996 Hip-Hop / R&B
8 Livin’ la Vida Loca Ricky Martin 1999 Latin Pop
9 Waterfalls TLC 1995 R&B / Hip-Hop
10 Bitter Sweet Symphony The Verve 1997 Alternative Rock
11 Gangsta’s Paradise Coolio ft. L.V. 1995 Hip-Hop
12 Nothing Compares 2 U Sinéad O’Connor 1990 Pop / Soul
13 End of the Road Boyz II Men 1992 R&B / Soul
14 One Sweet Day Mariah Carey & Boyz II Men 1995 R&B / Pop
15 Creep Radiohead 1992 Alternative Rock
16 Wonderwall Oasis 1995 Britpop
17 Black or White Michael Jackson 1991 Pop / R&B
18 Bohemian Like You Dandy Warhols 2001 / Wurzeln in den 90ern Alternative Rock
19 No Doubt — Don’t Speak No Doubt 1996 Alternative Rock / Ska
20 Losing My Religion R.E.M. 1991 Alternative Rock
21 …Baby One More Time Britney Spears 1999 Teen Pop
22 Dreams The Cranberries 1993 Alternative Rock
23 Zombie The Cranberries 1994 Alternative Rock
24 Un-Break My Heart Toni Braxton 1996 R&B / Pop
25 MMMBop Hanson 1997 Pop
26 Informer Snow 1992 Reggae / Pop
27 Rhythm Is a Dancer Snap! 1992 Eurodance
28 What Is Love Haddaway 1993 Eurodance
29 Vivo por Ella Andrea Bocelli & Marta Sánchez 1997 Opern-Pop
30 Have You Ever Really Loved a Woman? Bryan Adams 1995 Pop / Rock
31 Smooth Santana ft. Rob Thomas 1999 Latin Rock
32 Maria Maria Santana ft. The Product G&B 1999 Latin Rock / R&B
33 Black Hole Sun Soundgarden 1994 Grunge / Alternative
34 Jeremy Pearl Jam 1991 Grunge
35 Today Smashing Pumpkins 1993 Alternative Rock
36 Bullet with Butterfly Wings Smashing Pumpkins 1995 Alternative Rock
37 Come As You Are Nirvana 1992 Grunge
38 Everybody (Backstreet’s Back) Backstreet Boys 1997 Pop
39 I Want It That Way Backstreet Boys 1999 Pop
40 Tearin’ Up My Heart *NSYNC 1997 Pop
41 Scream Michael Jackson & Janet Jackson 1995 Pop / R&B
42 Ray of Light Madonna 1998 Elektronik / Pop
43 Beautiful Day U2 2000 / Wurzeln in den 90ern Rock / Pop
44 All I Want for Christmas Is You Mariah Carey 1994 Pop / Weihnachten
45 Iris Goo Goo Dolls 1998 Alternative Rock / Pop
46 With Arms Wide Open Creed 1999 Post-Grunge
47 Semi-Charmed Life Third Eye Blind 1997 Alternative Rock
48 Give Me One Reason Tracy Chapman 1995 Blues / Rock
49 No Rain Blind Melon 1993 Alternative Rock
50 Torn Natalie Imbruglia 1997 Pop / Rock

🌍 Top 50 — Weltmusik der 90er Jahre

Internationale Auswahl aus Afrika, Lateinamerika, der Karibik, dem Nahen Osten, Asien und dem nicht-englischsprachigen Europa.

# Titel Künstler Land / Region Genre
1 7 Seconds 🌍 Legendär Youssou N’Dour & Neneh Cherry Senegal / Schweden Mbalax / Pop
2 Ye Ke Ye Ke Mory Kanté Guinea Mandé / Dance
3 Livin’ la Vida Loca Ricky Martin Puerto Rico Latin Pop
4 La Bamba Los Lobos (90er-Version) USA / Mexiko Rock / Ranchera
5 Macarena Los Del Rio Spanien Latin Pop
6 La Camisa Negra Juanes Kolumbien Latin Rock
7 Volare Gipsy Kings Frankreich / Spanien Flamenco-Pop
8 A mi manera Gipsy Kings Frankreich / Spanien Flamenco-Pop
9 Si tu veux bien Salif Keita Mali Mandé / World
10 Wombo Lombo Angélique Kidjo Benin Afropop
11 Agolo Angélique Kidjo Benin Afropop
12 Shosholoza Ladysmith Black Mambazo Südafrika Isicathamiya / Zulu
13 Homeless Paul Simon & Ladysmith Black Mambazo USA / Südafrika World / Pop
14 Didi Khaled Algerien Raï
15 Aïcha Khaled Algerien Raï
16 Abdel Kader Khaled, Rachid Taha, Faudel Algerien / Frankreich Raï
17 Zouk la sé sèl médikaman nou ni Kassav’ Karibik Zouk
18 Lambada Kaoma Brasilien / Frankreich Lambada / Zouk
19 Brasil Carlinhos Brown Brasilien MPB / Axé
20 Magalenha Sergio Mendes & Carlinhos Brown Brasilien MPB / Samba
21 Orinoco Flow Enya Irland New Age / Keltisch
22 May It Be Enya Irland New Age / Keltisch
23 Zombie Cranberries (weltweiter Einfluss) Irland Alternative / World
24 Te Recuerdo Amanda Mercedes Sosa Argentinien / Chile Nueva Canción
25 Bésame Mucho Luis Miguel Mexiko Bolero / Lateinamerikanischer Pop
26 La Incondicional Luis Miguel Mexiko Lateinamerikanischer Pop
27 Amor Prohibido Selena USA / Mexiko Tejano / Cumbia
28 Como la Flor Selena USA / Mexiko Tejano / Cumbia
29 Quiero Vivir la Vida Carlos Vives Kolumbien Vallenato / Pop
30 La Bicicleta Carlos Vives (Wurzeln in den 90ern) Kolumbien Vallenato
31 Pa Que La Pases Bien Cuarteto de Nos Uruguay Lateinamerikanischer Rock
32 Taki Taki DJ Snake (Einflüsse der 90er) Frankreich / Welt Latin Trap / World
33 Hot Hot Hot Arrow Montserrat Soca / Calypso
34 Mysterious Girl Peter André Australien / Jamaika Reggae / Pop
35 Rivers of Babylon Sublime (90er-Version) USA / Jamaika Reggae / Ska Punk
36 Redemption Song Bob Marley (posthum / Cover) Jamaika Reggae
37 Mujer Latina Thalia Mexiko Latin Pop
38 Quítate el Sombrero Marc Anthony USA / Puerto Rico Salsa
39 Vivir mi Vida Marc Anthony USA / Puerto Rico Salsa
40 Coucou Kassav’ Karibik Zouk
41 Sensualité Admiral T & Zouk Machine Karibik Zouk
42 Voyage Voyage Desireless (anhaltender Erfolg in den 90ern) Frankreich Synthpop
43 Bella Yamba Ismaël Lô Senegal Mbalax / World
44 Nkosi Sikelel’ iAfrika Südafrikanische Chöre Südafrika Hymne / Gospel
45 Hips Don’t Lie (Orig.) Shakira (Anfang der 90er) Kolumbien Latin Pop / Rock
46 Suavemente Elvis Crespo Puerto Rico Merengue
47 El Preso Boney M. / 90er-Versionen Trinidad / Deutschland Disco / Reggae
48 Arrivederci Zucchero Italien Pop / Italienischer Blues
49 Senza una donna Zucchero & Paul Young Italien / Vereinigtes Königreich Pop / Blues
50 Guantanamera Wyclef Jean (Cover) Haiti / Kuba Hip-Hop / Latin

🎬 Top 30 — Beliebteste Musikvideos der 90er Jahre

Die 90er sind das goldene Zeitalter des Musikvideos: MTV ist auf dem Höhepunkt, Produktionsbudgets explodieren und das Musikvideo wird zur eigenständigen Kunstform. Diese dreißig Videos sind durch ihre Erfindungsgabe, ihre visuelle Kühnheit und ihren weltweiten kulturellen Einfluss in die Geschichte eingegangen.

# Video / Titel Künstler Jahr Regisseur / Besondere Merkmale
1 Smells Like Teen Spirit 🏆 Legendär Nirvana 1991 Samuel Bayer — anarchische Turnhalle, Cheerleader, rohe Punk-Energie; veränderte die Geschichte des Rock
2 Nothing Compares 2 U Sinéad O’Connor 1990 John Maybury — 4-minütige Nahaufnahme von Sinéads Gesicht, echte Tränen; eines der bewegendsten Videos, die je gedreht wurden
3 Black or White Michael Jackson 1991 John Landis — revolutionäres Gesichts-Morphing, antirassistische Botschaft, 14 Minuten inklusive Kurzfilm
4 Losing My Religion R.E.M. 1991 Tarsem Singh — barocke religiöse Ikonografie, von Pasolini inspiriert; MTV Video of the Year 1991
5 Jeremy Pearl Jam 1991 Mark Pellington — berührendes Video über Schulgewalt, in einigen Versionen zensiert
6 Scream Michael Jackson & Janet Jackson 1995 Mark Romanek — das teuerste Video der Geschichte (7 Mio. $), atemberaubendes futuristisches Schwarz-Weiß
7 Waterfalls TLC 1995 F. Gary Gray — innovative CGI-Flüssigkeitseffekte, soziale Botschaft über AIDS und Gewalt
8 Killing Me Softly Fugees 1996 Minimalistisches Live-Video — die Kraft von Lauryn Hills roher Darbietung
9 Macarena Los Del Rio 1996 — weltweites Tanzvideo, Choreografie die zum globalen Phänomen wurde
10 Bitter Sweet Symphony The Verve 1997 Walter Stern — einzige durchgehende Plansequenz, Richard Ashcroft geht ohne anzuhalten; weit und cinematografisch
11 Around the World Daft Punk 1997 Michel Gondry — minimalistische, repetitive Choreografie, perfekt mit der Musik synchronisiert; konzeptuelles Meisterwerk
12 Virtual Insanity Jamiroquai 1996 Jonathan Glazer — sich bewegendes Bühnenbild unter den Füßen, perfekte optische Täuschung; MTV Video of the Year 1997
13 Zombie The Cranberries 1994 Samuel Bayer — goldene Körper, Kriegsszenen; Protest gegen Gewalt in Nordirland
14 Wannabe Spice Girls 1996 Johan Camitz — einzige Plansequenz, überschäumende Energie, ikonische Vorstellung aller fünf Spices
15 No Rain Blind Melon 1993 — das kleine Mädchen im Bienenkostüm, melancholisches und rührendes Video, Symbol einer Grunge-Generation
16 Ray of Light Madonna 1998 Jonas Åkerlund — urbaner Zeitraffer, elektronische Ästhetik, totaler Bruch mit Madonnas Pop-Vergangenheit
17 Sabotage Beastie Boys 1994 Spike Jonze — Parodie auf 70er-Krimiserien, absurde Punk-Energie, komödiantisches Meisterwerk
18 Buddy Holly Weezer 1994 Spike Jonze — Weezer-Mitglieder in Happy-Days-Clips eingefügt, brillant und witzig
19 Everybody Hurts R.E.M. 1993 Jake Scott — Autobahn-Stau, Untertitel in sechs Sprachen, allseits gepriesene Anti-Suizid-Botschaft
20 Baby One More Time Britney Spears 1999 Nigel Dick — verführerische Schuluniform, das meistdiskutierte Video des späten 90er-Jahrzehnts, katapultierte Britney an die Spitze
21 Hurt Nine Inch Nails 1994 Mark Romanek — rohes Industrial-Video, später von Johnny Cash in einer herzzerreißenden Version gecovert
22 California Love Tupac ft. Dr. Dre 1995 Hype Williams — postapokalyptische Ästhetik inspiriert von Mad Max, emblematisches West-Coast-Rap-Video
23 Gangsta’s Paradise Coolio ft. L.V. 1995 Antoine Fuqua — düsteres Video aus dem Film Dangerous Minds mit Michelle Pfeiffer
24 Creep Radiohead 1992 — Live-Performance von großer Intensität, Thom Yorke in Trance, totale Authentizität
25 Common People Pulp 1995 — legendärer Live-Auftritt in Glastonbury; hochwertiges animiertes und satirisches Video
26 Drop It Like It’s Hot Snoop Dogg / Ursprünge in den 90ern 1993–1999 Hype Williams — Bling-Ästhetik und Fisheye-Objektiv als visuelle Signatur des Hip-Hop-Jahrzehnts
27 Smooth Criminal (Cover) Alien Ant Farm Wurzeln Michael Jackson 80er, Kult-Cover der 90er — Heavy-Metal-Rock-Version des MJ-Klassikers
28 Airbag / OK Computer Radiohead 1997 Grant Gee (Dokumentarfilm) — „Meeting People Is Easy”, klinisches Porträt einer Band auf Welttournee
29 Dumb Nirvana (MTV Unplugged) 1993 Beth McCarthy — akustisches Live-Konzert, eine der bewegendsten Aufnahmen der Rockgeschichte
30 7 Seconds Youssou N’Dour & Neneh Cherry 1994 — Weltmusik-Video von seltener Schönheit, Botschaft der Kindheit und geteilten Menschlichkeit